Schule im Aufbruch

Es ist schon wieder etwas ruhiger geworden um das innovative pädagogische Konzept der Evangelischen Schule Berlin Zentrum. Damit die Roadshow keine einmalige Veranstaltung bleibt, wurde die Initiative Schule im Aufbruch gegründet. Wobei ich mich schon eine ganze Weile frage, was ist das wirklich innovative an der ESBZ? Um das herauszufinden, habe ich mir für die Abschlussveranstaltung der Roadshow „Lernlust statt Schulfrust“ Tickets besorgt und möchte euch hier nun meinen persönlichen Eindruck wiedergeben.

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Gespannt bin ich am Abend des 28.01.2013 in die Urania gegangen. Über facebook und twitter konnte man die Roadshow verfolgen und so schon einen ersten Eindruck gewinnen. Viele Teilnehmer waren begeistert von der Vorstellung und waren motiviert sich einiges auch für ihren Schulalltag mitzunehmen. Ich habe auch Kommentare und Fragen abgegeben, die leider unbeantwortet blieben. Aber zurück zu dem Abend im Januar. Die Veranstaltung war ausverkauft, also bin ich sehr pünktlich zur Urania gefahren, um einen Platz in den ersten Reihen zu bekommen. Es ist auch geglückt, wie ihr an den Bildern und Tonaufnahmen sehen könnt.

 

CIMG9085Mit leichter Verspätung wurde dann die Show begonnen. Uli Hauser, stern-Rporter, begrüßte das Publikum und ließ anschließend die acht Schüler – Rosa, Luna, Fee, Sarah, Linda, Sophia, Tibor und Paul – über ihren Schulalltag, ihre Erlebnisse und Erfahrungen berichten. Mittels Unterstützung kurzer Videoeinspieler und den euphorischen Erzählungen der Schüler bekam das Publikum einen ersten Eindruck vom Alltag an der Ev. Schule Berlin Zentrum.

 

 

Am Vormittag befassen sich die Schüler in sogenannten Lernbüros mit den Hauptfächern Mathe, Deutsch, Englisch und Naturwissenschaften im jahrgangsübergreifenden Unterricht der Stufen 7-9. Doch was ist ein Lernbüro?

Es ist eine didaktische Organisationsform für selbst organisiertes Lernen, wobei SchülerInnen in den Lernbüros Themen in Teams erarbeiten und die traditionelle Struktur in Klassen und Schulstunden zugunsten eines Lerntages aufgelöst werden. Die Schule stellt die Lernmittel bereit, der Lehrer die zu erlernenden Themen, doch die SchülerInnen organisieren sich selber. Ein Lernbüro muss gut organisiert sein, d.h., die Materialien müssen überall vorhanden sein. Wenn die SchülerInnen etwa in einer Bibliothek arbeiten dürfen, müssen dort alle benötigten Materialien zu finden sein. Für diese Form des selbst organisierten Lernen müssen ausreichende Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, etwa Computertische mit der entsprechenden Hard- und Software. Die LehrerInnen fungieren hier als Coach, Mentor und Projektleiter, der von seinen SchülerInnen die Ergebnisse einfordert und als Coach in die richtige Richtung lenkt, ohne reines Auswendiglernen und die Wiedergabe des Gelernten zu fördern. Die SchülerInnen erlernen neben dem fachlichen Wissen als Nebeneffekt auch Fähigkeiten wie Teamwork, Zeitorganisation und Selbstpräsentation. In gut organisierten Lernbüros können sich die LehrerInnen viel besser um die schwachen Schülerinnen kümmern.

Neben dieser Form des Unterrichtens wurden an der ESBZ zwei neue Unterrichtsfächer eingeführt – Verantwortung und Herausforderung.

Im Projekt: VERANTWORTUNG erhalten die Jugendlichen Schulzeit geschenkt als individuelle Lernzeit und üben sich ein im bürgerschaftlichen Engagement. Das Projekt VERANTWORTUNG ist im Kerncurriculum verankert, steht in den Jahrgängen 7 und 8 an einem Tag in der Woche fest im Stundenplan und ist anspruchsvolle Lernzeit.

Im Projekt „Eine Herausforderung meistern“ suchen sich Schülerinnen und Schüler jeweils drei Wochen  in den Jahrgängen 8 – 10 alleine oder in Gruppen eine Herausforderung, die sie meistern wollen.

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Spannende Kurzfilme zum Schulalltag und wie die Ideen umgesetzt werden, werden hier gezeigt. Peter Maffay, Ehrengast bei der Abschlussveranstaltung, engagiert sich ebenfalls in Bildungsprojekten, u.a. in Brasilien und Spanien. Er wurde gefragt, ob er seine Hilfeleistung in Zahlen ausdrücken könne. Seine Antwort: „Respekt, Zuneigung und vor allem Zeit seien nicht messbar, jedoch seien dies wichtige Faktoren, um etwas zu bewegen.“ Im Anschluss daran sprachen Margret Rasfeld und Gerald Hüther über unser aktuelles Bildungssystem, was schief läuft und zeigten auf, wie man dagegen ankämpfen kann.

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Margret Rasfeld bezeichnet die Schule als „Beziehungsverhinderungsantalt„. Schule ist aktuell ein Selektionswerkzeug, was nur abstrakte Werte wie Noten kennt, die die Schüler in Schubladen pressen, aber keine wirklichen Aussagen treffen. Dabei sollte es doch so sein, dass Schule begeistert, Talente entfaltet und den Nachwuchs dabei unterstützt, selbstbewusste Menschen zu werden. Fehler sind hier die beste Lernquelle, aus denen neue Erkenntnisse gewonnen werden können. Stattdessen wird das Scheitern in der Schule mit dem Sitzenbleiben quittiert und die Schüler werden abgestraft, anstatt ermutigt, zu schauen, wie sie ihr Defizit ausgleichen können. Im Berufsleben werden Menschen mit gescheiterten Biografien wertgeschätzt, da diese oftmals durch Anstrengung neue Lösungen gefunden haben. In der heutigen Zeit werden Visionen und Kreativität benötigt. Diese können aber in einem Bewertungssystem weder entstehen noch sich entfalten.

CIMG9096An dieser Stelle möchte ich auf Gerald Hüther eingehen, der sagte, „man kann keinem Menschen etwas beibringen„. Lernen muss die Person selbst. Es ist nicht möglich, dass Gehirn zu öffnen und dort die Verknüpfungen an den Synapsen zu erstellen. Dies muss der Lerner selbst herstellen.  Was man aber als Lehrer kann, ist folgendes: Man kann ermutigen, inspirieren und einladen, sich Wissen anzueignen. Es ist also erforderlich die Lerngelegenheiten so zu gestalten, dass der Lerner aus einem persönlichen Interesse heraus, sich mit dem Lernstoff befasst. Es werden erst dann Verknüpfungen im Hirn erstellt, sobald es unter die Haut geht und Emotionen angesprochen werden. Wissen erwerben muss Spaß machen. Hüther meinte, dass es nicht möglich ist, unter Druck zu lernen, denn die Erwartungen sind meistens nicht erfüllbar. Ebenfalls sei die Gruppierung nach begabten und weniger begabten Kindern völliger Quatsch.

Kirschkern weit spucken ist auch eine Begabung!

 

Man kommt im Leben nur mit der Gemeinschaft zum Ziel. Der Mensch ist immer abhängig von seinen Mitmenschen. Hier fiel mir der Spruch ein: Man ist nur so stark, wie das schwächste Glied in der Gruppe!

Dies spiegelte auch die Veranstaltung wider. Natürlich haben Margret und Gerald mit ihren Reden das Publikum berührt und viel Wahres gesagt, jedoch glaube ich, dass der Ruck durch das Bildungssystem nur von statten geht, weil die Schüler gezeigt haben, was in ihnen steckt und bewiesen haben, dass die Umsetzung des Konzepts funktionieren kann.

Mein persönliches Fazit: Es war ein inspirierender und ermutigender Abend für Lehrer, Pädagogen und auch Schüler. Aber an dieser Stelle möchte ich noch kurz auf meine Eingangsfrage eingehen: Was ist eigentlich innovativ am Schulkonzept der ESBZ? Für mich sind lediglich die beiden Projekte Verantwortung und Herausforderung neu. Die Umsetzung der Lern- und Schulkultur erinnert sehr an die Pädagogik von Montessori und Freinet und diese Art zu unterrichten, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts etabliert.

Bei Montessori stehen das Kind und die Individualität im Mittelpunkt. Kinder sollen frei lernen, ohne Behinderung und Kritik. Montessori glaubte, dass sowohl Belohnungen als auch Strafen schädlich sind für die innere Einstellung des Menschen, dass Kinder ganz natürlich aus ihrer eigenen Motivation lernen wollen. Die Montessorimethode konzentriert sich als Pädagogik auf die Bedürfnisse, Talente und Begabungen des einzelnen Kindes.  Kinder lernen am besten in ihrem eigenen Rhythmus und in ihrer eigenen Art.  Kinder, die in ihrem eigenen Rhythmus und den eigenen Interessen folgend lernen, erleben Selbstvertrauen und Selbstständigkeit und verinnerlichen das Gelernte so am besten.

Freinet verfolgt ähnliche Grundsätze – vier an der Zahl:

1. Freie Entfaltung der Persönlichkeit

Kreative, erlebnisreiche Methoden werden genutzt, um die Kommunikation zu fördern.

2. Kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt

Dies wird durch Untersuchungen, Experimente und Exkursionen erreicht. Die theoretische und die praktische Arbeit sollen dabei eine Einheit bilden.

3. Selbstverantwortlichkeit des Kindes

Mittels der Freiarbeit können die Kinder/ Schüler selbst bestimmt lernen und es wird ihnen die Möglichkeit gegeben sich selbst einzuschätzen.

4. Zusammenarbeit und gegenseitige Verantwortlichkeit

Die Schüler lernen die Notwendigkeit von Regeln und durch die eigene Mitarbeit an der Erarbeitung dieser Regeln werden die Schüler gleichzeitig einsichtiger. Ebenfalls wird ein Grundstein für eine Demokratisierung gelegt.

Mit diesen Belegen wäre gezeigt, dass die Ev. Schule Berlin Zentrum im Grunde gar nicht so innovativ ist. Sie hat aber einen wichtigen Schritt in die Wege geleitet. Dies können und sollten sich andere Schulen zu Herzen nehmen und ebenfalls anfangen ihre Selektionsverfahren abzustellen und statt dessen an einer Pädagogik arbeiten, die am Kind ausgerichtet ist.

In diesem Sinne schaut euch das Video an und seid motiviert, auch in kleinen Schritten, eure Schule und das Bildungssystem zu verändern:

Hier sind noch ein paar Schnappschüsse:

Sonntag, 10. Februar 2013
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6 Reaktionen

  • Meine Erfahrungen mit Lehren und Lernen « Apanat – Notizen zur Meinungsbildung

    10.02.2013 23:07, Website

    […] Literatenmelu: Schule als “Beziehungsverhinderungsantalt” oder “Schule im Aufbruch” […]

  • Marek

    11.02.2013 08:48

    Melanie, das ist ein interessanter Bericht. :-) Danke!

    Ich habe von dieser Initiative im Fernsehen gehört, mich aber noch nicht weiter damit beschäftigt. Warum ich Ihnen aber schreibe, ist Ihre Frage:

    Was ist eigentlich das Innovative an dem Schulkonzept der ESBZ?

    Im Grunde genommen ist es recht einfach beantwortet: Das Innovative ist, dass die Ideen auch tatsächlich umgesetzt werden, so dass sie laut Aussagen der Beteiligten funktionieren und für viele Eltern interessant sind. Die Verantwortlichen reden also nicht nur von der Utopie einer Schule, nein, sie setzen sie auch in die Realität um. Dazu braucht man ein gerüttelt Maß an „professioneller Intelligenz“ http://youtu.be/_fzAwYmTZaU Es reicht eben nicht, nur über das Neue zu reden und es „denkerisch zu bewältigen“. Man muss es dann auch noch tun, und zwar so, dass es funktioniert. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

    Als die ersten Teleskope gebaut wurden, träumten die Menschen davon, einmal auf den Mond zu fliegen. Als dann die Amerikaner dort gelandet sind, was hätten sie denen dann gesagt: Und was soll jetzt eigentlich so innovativ daran sein, dass ihr da seid? 😉

    Schauen Sie sich dieses Video von +Gunter Dueck an, um weitere Beispiele zu hören. Dueck geht in seinen Vorträgen immer wieder darauf ein. Hier sind in diesem Zusammenhang die ersten 20-30 Minuten bedeutsam: http://youtu.be/GRDWv0JtqdA

    Marek

    [Dieser Kommentar ist eine Kopie meines Kommentars bei Google+]

  • Ulrike Sennhenn

    15.02.2013 10:59, Website

    Hallo Melanie,

    was ist das wirklich Innovative an der esbz? Was ist das Begeisternde? Ich möchte Dir dazu gerne eine Antwort aus meiner Sicht geben:

    Seit 6 Jahren (seit dem 2. Schuljahr meines Sohnes) befasse ich mich – im Rahmen eines „privaten Studiums“ 😉 – mit dem Thema „funktionierende Schulkonzepte /-projekte“. Das Konzept, das mich lange Zeit am Meisten begeistert hat, war das von „Sudbury“. Ein Konzept, dass es seit 44 Jahren gibt, wo man sich also auch anschauen kann, was aus Schülern „so einer Schule eigentlich wird“. 😉 Was ich dazu erfahren habe, hat mich restlos begeistert!

    Bis ich im Oktober letzten Jahres im Rahmen des Entrepreneur Summit in Berlin drei der Schüler der esbz auf der Bühne erleben durfte! Ich kann das kaum in Worte fassen, was mich so in Begeisterung versetzt hat – aber Du hast die Schüler ja auch live miterlebt 😉 . Begeistert hat mich auch, wieviel Raum Margret Rasfeld ihren Schülern geben konnte auf der Bühne … ebenso Gerald Hüther, der von seiner Redezeit was abgegeben hat. Wo gibt’s denn sonst SO WAS? 😉

    Ich war in Dortmund bei der Roadshow dabei. Eigentlich war dort auch Peter Maffay angekündigt, der war aber kurzfristig verhindert. Wie reagierten die Schüler darauf? Mit ihren ersten Worten sind sie darauf eingegangen, dass wohl einige jetzt enttäuscht wären, weil sie sich auf Maffay gefreut hätten, aber sie hätten sich etwas zum Trost überlegt: und so sangen die Fünf spontan für uns ein Lied.

    Ich vermute, es ist viel weniger das Konzept als der GEIST, der an dieser Schule herrscht und gelebt wird. Die Beziehungskultur, die dort gelebt wird … und die für mich in den Videos sichtbar wird. Oder in den Newslettern der Schule. Die ich in den Aussagen im Buch „EduAction“ wahrgenommen habe.

    Als Mutter berührt es mich zum Beispiel sehr, wenn ich immer wieder lese: liebe Eltern, ihr seid herzlich eingeladen euch einzubringen – und das auch WIRKLICH so gelebt wird! Eltern, die sich einbringen wollen – die sind an „Schulen mit dem anderen / leider eher normalen Geist“ eher sowas wie ein Feindbild … denn da guckt man ja hinter die Fassade …

    Für mich ist das besonders herausragend Innovative, das hier ganz viele Menschen aus dem Herzen heraus handeln … sich von ihrer Liebe zu den Kindern leiten lassen. Ich zumindest meine, das sehr deutlich spüren zu können :-)

    Herzliche Grüße aus Düsseldorf,
    Ulrike

  • Schule im Aufbruch | Sozialwissenschaft | Scoop.it

    15.02.2013 12:05, Website

    […] Melanie, Bloggerin zu den Themen: Literatur, Geschichte, Pädagogik und Schule 2.0 – schrieb einen Beitrag über… http://t.co/8BWPcvZa  […]

  • Schule im Aufbruch | Schule 2.0 | Scoop.it

    16.02.2013 08:52, Website

    […] Melanie, Bloggerin zu den Themen: Literatur, Geschichte, Pädagogik und Schule 2.0 – schrieb einen Beitrag über… http://t.co/8BWPcvZa  […]

  • Christoph

    18.02.2013 16:35

    Hallo Melanie,

    ich war ebenfalls bei der komplett ausverkauften Veranstaltung in der Urania Berlin.
    Ich fand den Abend sehr interessant gestaltet und hatte mich im Vorfeld nicht detailliert mit den Lernkonzepten der ESBZ auseinandergesetzt.

    Ich hatte mir vorgestellt, dass es eine Vorstellung der verschiedenen Unterrichtsarten und Strukturen gibt – ich wurde leider etwas enttäuscht.
    Die Schüler haben einzelne Beispiele vorgetragen, Herr Hüther und Frau Rasfeld haben für sich allein ein Plädoyer gehalten – aber alles in allem fehlte mir eine eigentliche Aussage wie sie die einzelnen Erkenntnisse der Gehirnforschung auch detailliert in den Schulalltag integrieren konnten. Im Gegensatz dazu trat mir das interne Loben der Roadshow und der vergangenen zehn Tage zu sehr in den Vordergrund.
    Es wirkte oftmals mehr wie eine feierliche Abschlussveranstaltung als noch einmal eine tiefgreifende thematische Aufarbeitung auch für Zuhörer, die sich mit der ESBZ nicht im Detail beschäftigt haben.

    Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden – ich habe von dem Abend viel Interessantes mitgenommen, hätte aber gern im Vergleich die vorherigen Veranstaltungen miterlebt um zu beurteilen wie die anderen Abende aufbereitet waren.

    Zu den Ideen an sich: Ich finde die Ansätze sehr gut und ich habe bereits in meiner Schulzeit oft bemängelt, dass man zu wenig „für das Leben“ lernt – seien es soziale Gefüge (wie im Projekt „Verantwortung“ auf der ESBZ), individuelles Fördern der Kenntnisse und des Lernstandes, das Steuersystem bzw. „wie erstelle ich eine Steuererklärung“ etc. Einige dieser Punkte werden auf der ESBZ gut gelöst, ich bin aber der Ansicht, dass es hier keinen idealen Weg für alle Schüler gibt.
    Klar beinhaltet das aktuelle Schulsystem in den 45 Minuten-Blöcken wenig individuellen Raum für die Schüler und hat an vielen Stellen sehr große Schwächen.
    Auf der anderen Seite kann ich mir aber auch nicht vorstellen, dass ein verändertes Lernsystem mit sehr viel Eigeninitiative und dem kritischen Auseinandersetzen mit dem eigenem Lernstand, Fähigkeiten und Kenntnissen für eine Vielzahl von Kindern und somit Schülern nicht geeignet ist.

    Ich kann mir eine gute Symbiose aus beiden Wegen vorstellen, denn es gibt viele Kinder (und auch Erwachsene), die vorgegebene Strukturen zu brauchen scheinen (man denke mal an sein früheres Umfeld in der Schule) um sich zurechtzufinden.
    Ich erinnere mich an eine Dokumentation im öffentlich-rechtlichen Fernsehen vor wenigen Wochen. Darin wurde ein ehemaliger Bundeswehr-Soldat gezeigt, der inzwischen freiwillig in ein Kloster gegangen ist, da er lt. eigener Aussage diese festen Hierarchien und Strukturen braucht. In einem anderen Umfeld fühlt er sich nicht wohl – und wenn wir uns vorstellen wir stecken jeden in ein neues, offeneres Lernsystem mit sehr viel Eigeninitiative werden auch hier einige Schüler vor große Probleme gestellt und es werden auch hier einige Schüler „hinten runterfallen“.

    Auch würde mich der dahinter stehende Personalaufwand interessieren: wie viele und vor allem welche Art von Lehrern bzw. Tutoren werden benötigt – kann man das finanzieren und findet man genug geeignete Lehrer?
    Kann wirklich jeder Schüler eine Einrichtung für das Projekt „Verantwortung“ finden oder wird dies früher oder später vielleicht sogar wieder eine Quelle für günstige Arbeitskräfte (s. der frühere Zivildienst)?

    Auf jeden Fall ist das eine interessante Diskussion und ich bin gespannt, wie es weitergeht und wie sich das Bildungssystem in den nächsten Jahren verändert. Ich werde es u.a. in diesem Blog verfolgen 😉

    Viele Grüße
    Christoph

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