<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
		>
<channel>
	<title>Kommentare zu: Interview mit Christian Beermann</title>
	<atom:link href="http://www.literatenmelu.de/636/interview-mit-christian-beermann/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.literatenmelu.de/636/interview-mit-christian-beermann/</link>
	<description>Die Bildungsbloggerin über Literatur, Geschichte, Pädagogik und Schule 2.0</description>
	<lastBuildDate>Mon, 23 Jan 2012 10:53:13 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
	<item>
		<title>Von: Christian</title>
		<link>http://www.literatenmelu.de/636/interview-mit-christian-beermann/comment-page-1/#comment-346</link>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 15:14:54 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.literatenmelu.de/?p=636#comment-346</guid>
		<description>Mein URL hat sich übrigens geändert. espressodoppio ist nun zu erreichen unter http://espressodoppio-blog.de

Hier nun endlich die Antwort, die ich scheppler schon lange schuldig bin. Über die Formulierung bis Du zu Recht gestolpert. Denn genauso unsicher wie sie formuliert ist bin ich mir in dieser Angelegenheit auch. Die Sache hat für mich zwei Seiten und ist durchaus subjektiv geprägt.

Frühe Praxis in der Schule halte ich für außerordentlich wichtig. Die Schulpraktika, die ich organisiertweise und betreut während meines Studium gemacht habe haben mir allerdings in dieser Hinsicht keinerlei Gewinn beschert. Im ersten war die Dominanz der Anleiterin so stark, dass eigene Erfahrungen schlichtweg nicht möglich waren. Im zweiten Praktikum war kaum Luft um Erfahrungen zu sammeln. Die Lehrer bei denen ich hospitieren durfte hatten so viel um die Ohren, dass es ihnen kaum möglich war Stunden abzugeben und wenn, dann sahen sie sich gezwungen vorzuschreiben, was wie zu machen ist. Hier konnte ich also praktische Erfahrungen sammeln, aber Reflexion über die Arbeit war nicht möglich.
In diesen beiden Beispielen ist also auch der Begriff &quot;eigenverantwortlich&quot; falsch.

Meine Erfahrungen, die ich sammeln durfte waren dann immer in einem Setting, in dem ich die volle Verantwortung hatte. Noch während des Studiums gab ich Computerkurse an einer Ganztagsschule. Niemand saß mit drin, ich plante eigenständig. Allerdings hatte ich einen Ansprechpartner, den ich bei Bedarf löchern konnte.

Ebenso bei (einigen) meiner Lehraufträge, die sich seit meinem Examen hatte. Die Verantwortung - auch was Noten etc. betrifft - lag ganz allein bei mir. An den meisten Schulen hatte ich jedoch kompetente Ansprechpartner, denen etwas daran lag, dass der Unterricht den ich gab, der ja regulärer Unterricht war, erfolgreich war, dass es keine Beschwerden seitens der Schüler oder gar Eltern gab und das diese letztlich auch etwas lernten.

Alle Erfahrungen, die ich dabei sammelte - gute und schlechte - waren *meine* eigenen Erfahrungen, waren auf meinem Mist gewachsen und lagen in meiner Verantwortung. Dementsprechend tief konnten diese Erfahrungen wirken. Das meinte ich mit &quot;eigenverantwortlich&quot;.

Dies fand allerdings auch nicht in einem Ausbildungssetting statt. Was Du in der beschreibst ist in der Tat fragwürdig. Als Referendar muss man so viele Anforderungen (Prüfungsamt, Prüfer, Schüler, Kollegen, Eltern und nicht zuletzt die eigenen) erfüllen, dass für das &quot;eigenverantwortliche&quot; auf die Nase fallen kaum Zeit / Raum bleibt. Das Problem an dieser Sache ist natürlich immer noch, dass durch diese Vertretungs- und Lehraufträge reguläre Stellen zumindest zeitweise ersetzt werden.

Diese Möglichkeiten müssten in das Studium (also den ersten Ausbildungsabschnitt) verpflichtend integriert werden. Nur so kann man sich selbst einschätzen, ob der Beruf wirklich etwas für einen ist. Dadurch entwickelt man auch ganz andere existentiellere Fragen an die Theorie.

Du siehst eine eindeutige Antwort kenne ich nicht und daher kommt diese schwammige Formulierung.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mein URL hat sich übrigens geändert. espressodoppio ist nun zu erreichen unter <a href="http://espressodoppio-blog.de" rel="nofollow">http://espressodoppio-blog.de</a></p>
<p>Hier nun endlich die Antwort, die ich scheppler schon lange schuldig bin. Über die Formulierung bis Du zu Recht gestolpert. Denn genauso unsicher wie sie formuliert ist bin ich mir in dieser Angelegenheit auch. Die Sache hat für mich zwei Seiten und ist durchaus subjektiv geprägt.</p>
<p>Frühe Praxis in der Schule halte ich für außerordentlich wichtig. Die Schulpraktika, die ich organisiertweise und betreut während meines Studium gemacht habe haben mir allerdings in dieser Hinsicht keinerlei Gewinn beschert. Im ersten war die Dominanz der Anleiterin so stark, dass eigene Erfahrungen schlichtweg nicht möglich waren. Im zweiten Praktikum war kaum Luft um Erfahrungen zu sammeln. Die Lehrer bei denen ich hospitieren durfte hatten so viel um die Ohren, dass es ihnen kaum möglich war Stunden abzugeben und wenn, dann sahen sie sich gezwungen vorzuschreiben, was wie zu machen ist. Hier konnte ich also praktische Erfahrungen sammeln, aber Reflexion über die Arbeit war nicht möglich.<br />
In diesen beiden Beispielen ist also auch der Begriff &#8220;eigenverantwortlich&#8221; falsch.</p>
<p>Meine Erfahrungen, die ich sammeln durfte waren dann immer in einem Setting, in dem ich die volle Verantwortung hatte. Noch während des Studiums gab ich Computerkurse an einer Ganztagsschule. Niemand saß mit drin, ich plante eigenständig. Allerdings hatte ich einen Ansprechpartner, den ich bei Bedarf löchern konnte.</p>
<p>Ebenso bei (einigen) meiner Lehraufträge, die sich seit meinem Examen hatte. Die Verantwortung &#8211; auch was Noten etc. betrifft &#8211; lag ganz allein bei mir. An den meisten Schulen hatte ich jedoch kompetente Ansprechpartner, denen etwas daran lag, dass der Unterricht den ich gab, der ja regulärer Unterricht war, erfolgreich war, dass es keine Beschwerden seitens der Schüler oder gar Eltern gab und das diese letztlich auch etwas lernten.</p>
<p>Alle Erfahrungen, die ich dabei sammelte &#8211; gute und schlechte &#8211; waren *meine* eigenen Erfahrungen, waren auf meinem Mist gewachsen und lagen in meiner Verantwortung. Dementsprechend tief konnten diese Erfahrungen wirken. Das meinte ich mit &#8220;eigenverantwortlich&#8221;.</p>
<p>Dies fand allerdings auch nicht in einem Ausbildungssetting statt. Was Du in der beschreibst ist in der Tat fragwürdig. Als Referendar muss man so viele Anforderungen (Prüfungsamt, Prüfer, Schüler, Kollegen, Eltern und nicht zuletzt die eigenen) erfüllen, dass für das &#8220;eigenverantwortliche&#8221; auf die Nase fallen kaum Zeit / Raum bleibt. Das Problem an dieser Sache ist natürlich immer noch, dass durch diese Vertretungs- und Lehraufträge reguläre Stellen zumindest zeitweise ersetzt werden.</p>
<p>Diese Möglichkeiten müssten in das Studium (also den ersten Ausbildungsabschnitt) verpflichtend integriert werden. Nur so kann man sich selbst einschätzen, ob der Beruf wirklich etwas für einen ist. Dadurch entwickelt man auch ganz andere existentiellere Fragen an die Theorie.</p>
<p>Du siehst eine eindeutige Antwort kenne ich nicht und daher kommt diese schwammige Formulierung.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: scheppler</title>
		<link>http://www.literatenmelu.de/636/interview-mit-christian-beermann/comment-page-1/#comment-345</link>
		<dc:creator>scheppler</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Mar 2009 20:35:05 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.literatenmelu.de/?p=636#comment-345</guid>
		<description>Schön, dass es hier im Blog weiter geht :-).
Das Interview gefällt mir. Über eine Formulierung bin ich gestolpert:
&quot;Ganz kurz: Mehr Didaktik, frühere (eigenverantwortliche?) Praxiserfahrungen.&quot;

Nun weiß ich nicht, warum genau Christian &quot;eigenverantwortlich nicht nur eingeklammert sondern auch noch mit einem Fragezeichen versehen hat. Ich finde das aber sehr passend. Über eigene Wahrnehmungen im Referendariat und Erfahrungsberichte aus anderen Städten und Bundesländern verfestigt sich zunehmend mein Eindruck, dass &quot;eigenverantwortlich&quot; gerne &quot;falsch&quot; verstanden wird: Nämlich so, dass der referendar alleine vor der Klasse steht und unterrichtet. Damit ersetzen zwei referendare an einer Schule gerne mal einen Lehrer (2 mal 12 Stunden die Woche).
Fragwürdig ist dabei der Ausbildungsanteil. Unter dem Deckmantel der Eigenverantwortlichkeit rechnen Schulleitungen gerne mit dem Stundenkontingent der referendare, was ihnen ja auch nicht übel genommen werden kann. Ich frage mich daher, ob es sinnvoll ist, bei dieser Variante zu bleiben. In Grundschulen scheinen referendare grundsätzlich mit einem erfahrenen Kollegen doppelt gesteckt zu werden, ohne diesen zu ersetzen - sondern als permenenter Berater, der auch wirklich mit im Unterricht ist. Heißt das dort eigentl. auch &quot;eigenverantwortlich&quot;?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Schön, dass es hier im Blog weiter geht <img src='http://www.literatenmelu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> .<br />
Das Interview gefällt mir. Über eine Formulierung bin ich gestolpert:<br />
&#8220;Ganz kurz: Mehr Didaktik, frühere (eigenverantwortliche?) Praxiserfahrungen.&#8221;</p>
<p>Nun weiß ich nicht, warum genau Christian &#8220;eigenverantwortlich nicht nur eingeklammert sondern auch noch mit einem Fragezeichen versehen hat. Ich finde das aber sehr passend. Über eigene Wahrnehmungen im Referendariat und Erfahrungsberichte aus anderen Städten und Bundesländern verfestigt sich zunehmend mein Eindruck, dass &#8220;eigenverantwortlich&#8221; gerne &#8220;falsch&#8221; verstanden wird: Nämlich so, dass der referendar alleine vor der Klasse steht und unterrichtet. Damit ersetzen zwei referendare an einer Schule gerne mal einen Lehrer (2 mal 12 Stunden die Woche).<br />
Fragwürdig ist dabei der Ausbildungsanteil. Unter dem Deckmantel der Eigenverantwortlichkeit rechnen Schulleitungen gerne mit dem Stundenkontingent der referendare, was ihnen ja auch nicht übel genommen werden kann. Ich frage mich daher, ob es sinnvoll ist, bei dieser Variante zu bleiben. In Grundschulen scheinen referendare grundsätzlich mit einem erfahrenen Kollegen doppelt gesteckt zu werden, ohne diesen zu ersetzen &#8211; sondern als permenenter Berater, der auch wirklich mit im Unterricht ist. Heißt das dort eigentl. auch &#8220;eigenverantwortlich&#8221;?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>

