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	<title>Kommentare zu: Interview mit Christian Beermann</title>
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	<description>Die Bildungsbloggerin über Literatur, Geschichte, Pädagogik und Schule 2.0</description>
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		<title>Von: Christian</title>
		<link>http://www.literatenmelu.de/636/interview-mit-christian-beermann/#comment-8277</link>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 15:14:54 +0000</pubDate>
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		<description>Mein URL hat sich &#252;brigens ge&#228;ndert. espressodoppio ist nun zu erreichen unter http://espressodoppio-blog.de

Hier nun endlich die Antwort, die ich scheppler schon lange schuldig bin. &#220;ber die Formulierung bis Du zu Recht gestolpert. Denn genauso unsicher wie sie formuliert ist bin ich mir in dieser Angelegenheit auch. Die Sache hat f&#252;r mich zwei Seiten und ist durchaus subjektiv gepr&#228;gt. 

Fr&#252;he Praxis in der Schule halte ich f&#252;r au&#223;erordentlich wichtig. Die Schulpraktika, die ich organisiertweise und betreut w&#228;hrend meines Studium gemacht habe haben mir allerdings in dieser Hinsicht keinerlei Gewinn beschert. Im ersten war die Dominanz der Anleiterin so stark, dass eigene Erfahrungen schlichtweg nicht m&#246;glich waren. Im zweiten Praktikum war kaum Luft um Erfahrungen zu sammeln. Die Lehrer bei denen ich hospitieren durfte hatten so viel um die Ohren, dass es ihnen kaum m&#246;glich war Stunden abzugeben und wenn, dann sahen sie sich gezwungen vorzuschreiben, was wie zu machen ist. Hier konnte ich also praktische Erfahrungen sammeln, aber Reflexion &#252;ber die Arbeit war nicht m&#246;glich. 
In diesen beiden Beispielen ist also auch der Begriff &quot;eigenverantwortlich&quot; falsch. 

Meine Erfahrungen, die ich sammeln durfte waren dann immer in einem Setting, in dem ich die volle Verantwortung hatte. Noch w&#228;hrend des Studiums gab ich Computerkurse an einer Ganztagsschule. Niemand sa&#223; mit drin, ich plante eigenst&#228;ndig. Allerdings hatte ich einen Ansprechpartner, den ich bei Bedarf l&#246;chern konnte. 

Ebenso bei (einigen) meiner Lehrauftr&#228;ge, die sich seit meinem Examen hatte. Die Verantwortung - auch was Noten etc. betrifft - lag ganz allein bei mir. An den meisten Schulen hatte ich jedoch kompetente Ansprechpartner, denen etwas daran lag, dass der Unterricht den ich gab, der ja regul&#228;rer Unterricht war, erfolgreich war, dass es keine Beschwerden seitens der Sch&#252;ler oder gar Eltern gab und das diese letztlich auch etwas lernten. 

Alle Erfahrungen, die ich dabei sammelte - gute und schlechte - waren *meine* eigenen Erfahrungen, waren auf meinem Mist gewachsen und lagen in meiner Verantwortung. Dementsprechend tief konnten diese Erfahrungen wirken. Das meinte ich mit &quot;eigenverantwortlich&quot;. 

Dies fand allerdings auch nicht in einem Ausbildungssetting statt. Was Du in der beschreibst ist in der Tat fragw&#252;rdig. Als Referendar muss man so viele Anforderungen (Pr&#252;fungsamt, Pr&#252;fer, Sch&#252;ler, Kollegen, Eltern und nicht zuletzt die eigenen) erf&#252;llen, dass f&#252;r das &quot;eigenverantwortliche&quot; auf die Nase fallen kaum Zeit / Raum bleibt. Das Problem an dieser Sache ist nat&#252;rlich immer noch, dass durch diese Vertretungs- und Lehrauftr&#228;ge regul&#228;re Stellen zumindest zeitweise ersetzt werden. 

Diese M&#246;glichkeiten m&#252;ssten in das Studium (also den ersten Ausbildungsabschnitt) verpflichtend integriert werden. Nur so kann man sich selbst einsch&#228;tzen, ob der Beruf wirklich etwas f&#252;r einen ist. Dadurch entwickelt man auch ganz andere existentiellere Fragen an die Theorie.

Du siehst eine eindeutige Antwort kenne ich nicht und daher kommt diese schwammige Formulierung.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mein URL hat sich &#252;brigens ge&#228;ndert. espressodoppio ist nun zu erreichen unter <a href="http://espressodoppio-blog.de" rel="nofollow">http://espressodoppio-blog.de</a></p>
<p>Hier nun endlich die Antwort, die ich scheppler schon lange schuldig bin. &#220;ber die Formulierung bis Du zu Recht gestolpert. Denn genauso unsicher wie sie formuliert ist bin ich mir in dieser Angelegenheit auch. Die Sache hat f&#252;r mich zwei Seiten und ist durchaus subjektiv gepr&#228;gt. </p>
<p>Fr&#252;he Praxis in der Schule halte ich f&#252;r au&#223;erordentlich wichtig. Die Schulpraktika, die ich organisiertweise und betreut w&#228;hrend meines Studium gemacht habe haben mir allerdings in dieser Hinsicht keinerlei Gewinn beschert. Im ersten war die Dominanz der Anleiterin so stark, dass eigene Erfahrungen schlichtweg nicht m&#246;glich waren. Im zweiten Praktikum war kaum Luft um Erfahrungen zu sammeln. Die Lehrer bei denen ich hospitieren durfte hatten so viel um die Ohren, dass es ihnen kaum m&#246;glich war Stunden abzugeben und wenn, dann sahen sie sich gezwungen vorzuschreiben, was wie zu machen ist. Hier konnte ich also praktische Erfahrungen sammeln, aber Reflexion &#252;ber die Arbeit war nicht m&#246;glich.<br />
In diesen beiden Beispielen ist also auch der Begriff &#8220;eigenverantwortlich&#8221; falsch. </p>
<p>Meine Erfahrungen, die ich sammeln durfte waren dann immer in einem Setting, in dem ich die volle Verantwortung hatte. Noch w&#228;hrend des Studiums gab ich Computerkurse an einer Ganztagsschule. Niemand sa&#223; mit drin, ich plante eigenst&#228;ndig. Allerdings hatte ich einen Ansprechpartner, den ich bei Bedarf l&#246;chern konnte. </p>
<p>Ebenso bei (einigen) meiner Lehrauftr&#228;ge, die sich seit meinem Examen hatte. Die Verantwortung &#8211; auch was Noten etc. betrifft &#8211; lag ganz allein bei mir. An den meisten Schulen hatte ich jedoch kompetente Ansprechpartner, denen etwas daran lag, dass der Unterricht den ich gab, der ja regul&#228;rer Unterricht war, erfolgreich war, dass es keine Beschwerden seitens der Sch&#252;ler oder gar Eltern gab und das diese letztlich auch etwas lernten. </p>
<p>Alle Erfahrungen, die ich dabei sammelte &#8211; gute und schlechte &#8211; waren *meine* eigenen Erfahrungen, waren auf meinem Mist gewachsen und lagen in meiner Verantwortung. Dementsprechend tief konnten diese Erfahrungen wirken. Das meinte ich mit &#8220;eigenverantwortlich&#8221;. </p>
<p>Dies fand allerdings auch nicht in einem Ausbildungssetting statt. Was Du in der beschreibst ist in der Tat fragw&#252;rdig. Als Referendar muss man so viele Anforderungen (Pr&#252;fungsamt, Pr&#252;fer, Sch&#252;ler, Kollegen, Eltern und nicht zuletzt die eigenen) erf&#252;llen, dass f&#252;r das &#8220;eigenverantwortliche&#8221; auf die Nase fallen kaum Zeit / Raum bleibt. Das Problem an dieser Sache ist nat&#252;rlich immer noch, dass durch diese Vertretungs- und Lehrauftr&#228;ge regul&#228;re Stellen zumindest zeitweise ersetzt werden. </p>
<p>Diese M&#246;glichkeiten m&#252;ssten in das Studium (also den ersten Ausbildungsabschnitt) verpflichtend integriert werden. Nur so kann man sich selbst einsch&#228;tzen, ob der Beruf wirklich etwas f&#252;r einen ist. Dadurch entwickelt man auch ganz andere existentiellere Fragen an die Theorie.</p>
<p>Du siehst eine eindeutige Antwort kenne ich nicht und daher kommt diese schwammige Formulierung.</p>
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		<title>Von: scheppler</title>
		<link>http://www.literatenmelu.de/636/interview-mit-christian-beermann/#comment-8262</link>
		<dc:creator>scheppler</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Mar 2009 20:35:05 +0000</pubDate>
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		<description>Sch&#246;n, dass es hier im Blog weiter geht :-).
Das Interview gef&#228;llt mir. &#220;ber eine Formulierung bin ich gestolpert:
&quot;Ganz kurz: Mehr Didaktik, fr&#252;here (eigenverantwortliche?) Praxiserfahrungen.&quot;

Nun wei&#223; ich nicht, warum genau Christian &quot;eigenverantwortlich nicht nur eingeklammert sondern auch noch mit einem Fragezeichen versehen hat. Ich finde das aber sehr passend. &#220;ber eigene Wahrnehmungen im Referendariat und Erfahrungsberichte aus anderen St&#228;dten und Bundesl&#228;ndern verfestigt sich zunehmend mein Eindruck, dass &quot;eigenverantwortlich&quot; gerne &quot;falsch&quot; verstanden wird: N&#228;mlich so, dass der referendar alleine vor der Klasse steht und unterrichtet. Damit ersetzen zwei referendare an einer Schule gerne mal einen Lehrer (2 mal 12 Stunden die Woche).
Fragw&#252;rdig ist dabei der Ausbildungsanteil. Unter dem Deckmantel der Eigenverantwortlichkeit rechnen Schulleitungen gerne mit dem Stundenkontingent der referendare, was ihnen ja auch nicht &#252;bel genommen werden kann. Ich frage mich daher, ob es sinnvoll ist, bei dieser Variante zu bleiben. In Grundschulen scheinen referendare grunds&#228;tzlich mit einem erfahrenen Kollegen doppelt gesteckt zu werden, ohne diesen zu ersetzen - sondern als permenenter Berater, der auch wirklich mit im Unterricht ist. Hei&#223;t das dort eigentl. auch &quot;eigenverantwortlich&quot;?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sch&#246;n, dass es hier im Blog weiter geht :-).<br />
Das Interview gef&#228;llt mir. &#220;ber eine Formulierung bin ich gestolpert:<br />
&#8220;Ganz kurz: Mehr Didaktik, fr&#252;here (eigenverantwortliche?) Praxiserfahrungen.&#8221;</p>
<p>Nun wei&#223; ich nicht, warum genau Christian &#8220;eigenverantwortlich nicht nur eingeklammert sondern auch noch mit einem Fragezeichen versehen hat. Ich finde das aber sehr passend. &#220;ber eigene Wahrnehmungen im Referendariat und Erfahrungsberichte aus anderen St&#228;dten und Bundesl&#228;ndern verfestigt sich zunehmend mein Eindruck, dass &#8220;eigenverantwortlich&#8221; gerne &#8220;falsch&#8221; verstanden wird: N&#228;mlich so, dass der referendar alleine vor der Klasse steht und unterrichtet. Damit ersetzen zwei referendare an einer Schule gerne mal einen Lehrer (2 mal 12 Stunden die Woche).<br />
Fragw&#252;rdig ist dabei der Ausbildungsanteil. Unter dem Deckmantel der Eigenverantwortlichkeit rechnen Schulleitungen gerne mit dem Stundenkontingent der referendare, was ihnen ja auch nicht &#252;bel genommen werden kann. Ich frage mich daher, ob es sinnvoll ist, bei dieser Variante zu bleiben. In Grundschulen scheinen referendare grunds&#228;tzlich mit einem erfahrenen Kollegen doppelt gesteckt zu werden, ohne diesen zu ersetzen &#8211; sondern als permenenter Berater, der auch wirklich mit im Unterricht ist. Hei&#223;t das dort eigentl. auch &#8220;eigenverantwortlich&#8221;?</p>
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