Berufen statt zertifiziert

Vor einiger Zeit erreichte mich das Debüt-Werk Berufen statt zertifiziert von Anja C. Wagner. Wir haben uns mal auf einem der ersten Educamps kennengelernt und wie es sich so gehört, sind wir über die verschiedensten Netzwerke vernetzt.

Obwohl unsere Interessen bezüglich der Bildung etwas different sind – ich bin an der Digitalisierung der Bildung im schulischen Bereich engagiert und Anja ist eine Wegbereiterin oder wie sie sich selbst bezeichnet, eine Bildungsquerulantin der Erwachsenenbildung.  

Neues Lernen, Neue Chancen

Wer sich das Buchcover ansieht, wird feststellen, auch das ist besonders. Es reflektiert das Licht und es erscheint ein buntes Farbspektrum. Ob ein Bezug zu Diversity schon allein im Cover beabsichtigt ist, weiß ich nicht, aber es gefällt mir sehr.

Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis lässt ahnen, dass wir einen visionären Weg der Arbeitswelt betrachten. Zunächst blickt sie in der Geschichte zurück: Wie kam es überhaupt zu dem Zertifikate-Wahnsinn? Was bedeuten diese alten Zeugnisse noch in unserer heutigen Arbeitswelt? Da fällt mir gleich ein Pendant ein: Welche Schulnote kann eine bestimmte Kompetenz, die in der Schule erworben wird, wirklich korrekt ausdrücken? Muss es für den kompetenzorientierten Unterricht nicht andere Beurteilungskriterien geben?

Aber zurück zu Berufen statt zertifiziert:  Im zweiten Kapitel beschreibt die Autorin, warum es Zeugnisse und Zertifikate kaum noch braucht. Was ist im 21. Jahrhundert noch richtige Arbeit?

Praxiserfahrung ist wichtiger als theoretisches Wissen.

Auch Google empfiehlt für die Bewerbung auf eine konkrete Stelle folgendes (Zitat aus Berufen statt zertifizier):

  • Fähigkeiten und Erfahrungen
  • Was war das Ergebnis der Projekte? Wie wurde der Erfolg gemessen?

In den beiden abschließenden Kapiteln Ausblick und Aufblick gibt sie allen Lesern Mut auf den Weg. Man soll die Möglichkeiten des Lernraums Internet gut einschätzen lernen. Seine persönlichen Lernfortschritte dokumentieren in Text, Video oder Audio und mundgerecht über die sozialen Netzwerke verteilen und sich so neu ins Spiel bringen.

Dr. Anja C. Wagner

Dr. Anja C. Wagner beschäftigt sich mit globaler Transformation im digitalen Wandel. Sie gilt als kreative Trendsetterin. Ihre Schwerpunkte liegen bei User Experience, Bildungspolitik, Arbeitsorganisation und der Zukunft der vernetzten Gesellschaft.

Fazit

Unsere Arbeit strukturiert uns und unsere Gesellschaft. Wir werden aus-, fort- und weitergebildet, damit wir uns weiterentwickeln, ein gutes Gehalt verdienen, um die Familie zu versorgen. Doch nun fallen althergebrachte Jobs weg. Die im tradierten Bildungssystem erworbenen Abschlüsse und Zertifikate qualifizieren nicht für die neue Arbeitswelt. Was nun?

Lest das Buch und findet euren neuen digitalen Weg.

P.S.: Auch das Schulsystem gehört reformiert. Schon lange sind Noten für Arbeitgeber wenig aussagekräftig, v.a. wenn die Chefs selbst Kinder in der Schule haben und Noten doch manchmal recht willkürlich erscheinen 😉

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