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Community-GAU: Facebook sperrt grundlos meinen Account
Wie man an der Überschrift unschwer erkennen kann, wurde vor einer Woche mein Facebook-Account ohne irgendeine Vorwarnung gesperrt. Eine Vermutung hatte ich auch. Mal wieder wurde ich aufgrund meines Nachnamens diskriminiert.
Am Vormittag des 12.01.2010 konnte ich mich noch ganz normal mit meinem Passwort und meiner Emailadresse bei Facebook einloggen. Ein paar Stunden später zeigte mir der Bildschirm folgendes Bild an.

Ich dachte zunächst ich hätte mich vertippt. Doch auch die nächsten drei Versuche mich einzuloggen, schlugen fehl. Schließlich fragte ich Chris via Skype, ob er mein Profil in seiner Freundesliste bei Facebook erkennt. Als Antwort erhielt ich dann, dass mein Profil weg sei. Ich habe echt gedacht, es sei ein schlechter Scherz.
Ich fasste mir ein Herz und klickte nun die Fehlermeldung an. Hier fand ich zunächst nur die englische Variante. Doch nach kurzer Zeit sah ich, dass in der rechten Spalte mehrere Sprachen verfügbar waren, u.a. eben auch die deutsche. Interessiert las ich den Hinweistext um herauszufinden, was ich denn angestellt haben könnte. Ich stellte fest, dass im Grunde keiner der genannten Punkte auf mich zutrifft.

Da ich mir keines Vergehens bewusst war, habe ich einfach den Button “hier” unter Ich glaube mein Konto wurde fälschlicherweise gesperrt angeklickt. Sofort wurde ich dann an folgende Emailadresse verwiesen: disabled@facebook.com. Mit Hilfe von Chris formulierte ich einen englischen Antworttext. Schließlich war nicht ersichtlich, ob ich bei einem deutschen Support lande. Da ich nach zwei Tagen immer noch keine Antwort erhielt, durchlief ich das selbe Prozedere am 14.01. erneut. Diesmal schrieb ich einfach auf Deutsch. Die erste Email wurde bis heute nicht beantwortet, aber auf die zweite Email bekam ich am nächsten Tag eine ausführliche Antwort.
Hier ein Auszug aus der Email:
Facebook erwartet von den Nutzern, dass sie ihre richtigen Vor- und Nachnamen angeben. Dein Konto muss die folgenden Standards für Authentizität befolgen:
• Gefälschte Namen sind nicht gestattet.
• Initialien dürfen nicht anstelle Deines vollständigen Namens verwendet werden.
• Spitznamen können verwendet werden, aber nur wenn sie eine Variante Deines richtigen Vor- oder Nachnamens sind wie etwa „Steffi” anstelle von „Stefanie”.
• Die Verwendung von beruflichen und religiösen Titeln in Namen ist nicht gestattet.
• Die Verwendung von Sonderzeichen in Namen ist nicht gestattet.
• Die Verkörperung anderer Personen oder Dinge ist nicht gestattet.Wenn Du dieses Profil wieder verwenden möchtest, teile uns bitte Deinen echten Namen mit. Wir können das Konto dann für Dich reaktivieren.
Aus der Mail las ich heraus, dass Facebook ein Problem mit meinem Namen hat, denn ich solle meinen “richtigen” Vor- und Nachnamen angeben. Ich antwortete zurück, dass ich meinen realen Namen angegeben habe und bat darum, mein Profil wieder freizuschalten. Dies schien dem Mitarbeiter, der für User Operations zuständig war nicht zu genügen. Er forderte mich auf, ein gescanntes oder digitales Bild eines amtlichen Ausweises von mir zu schicken, welches meine Identität bestätigt. Gesagt, getan. Nach insgesamt einer Woche wurde mein Profil am Dienstag, den 19.01. 2010 gegen 19:30 Uhr wieder freigeschaltet.
Wie einige in meinem Freundes- und Bekanntenkreis wissen, wird diese Vorgehensweise nicht nur bei Facebook so angewendet. Auch die Mitarbeiter von Xing sind so vorgegangen. Grundsätzlich kann ich verstehen, dass Communities keine Fake-Accounts haben wollen. Allerdings sollten sich Community-Betreiber und deren Mitarbeiter eine andere Strategie und Verfahrensweise für ihre Mitglieder überlegen.
Ich frage mich, steckt denn zum Beispiel hinter jedem Profil mit Namen “Eva Meier” oder “Christian Schmidt” eine real existierende Persönlichkeit. Diese Menschen werden nicht überprüft, weil sie einen gewöhnlichen Namen angegeben haben. Mit welchem Recht werden nur Menschen mit außergewöhnlichen Namen überprüft? Wo ist denn da die Logik? Aus dieser Vorgehensweise schlussfolgernd müsste ich mich mit einem Fake-Account anmelden, damit ich in der Community akzeptiert werde? Ich glaube, dass dies nicht im Sinne der Betreiber ist.
Es sollte doch möglich sein, dass Mitglieder mit ungewöhnlichen Nachnamen in Communities die Möglichkeit bekommen, nachzuweisen, dass sie wirklich so heißen. Was bitte ist das für eine Firmenpolitik erstmal den Account zu sperren oder gar zu löschen, ohne zu überprüfen, ob es die Person gibt. Wo ist das Problem die Mitglieder anzuschreiben und ihnen eine Frist von zwei Tagen zur Rückantwort zu geben? Danach kann man das Profil doch immer noch entfernen. Auf die zwei Tage kommt es dann auch nicht mehr an.
Interessant finde ich außerdem die weiteren Stichworte, die angegeben werden, die zu einer Sperrung führen. Vor allem zwei Gründe finde ich anstößig. Zum einen ist es verboten, die Initialen seines Namens zu verwenden. Chris, der unter den Initialen CBS bekannt ist, darf diese nicht verwenden. Dabei ist es doch eines seiner beruflichen Markenzeichen. Was ich aber viel schlimmer finde ist, man darf seinen akademischen Grad nicht angeben. Berufliche oder religiöse Titel in Namen sind verboten. Also Professoren oder Doktoren müssen bei Facebook auf ihren Titel verzichten. Warum?
Ich bin gespannt, ob ich jemals von Facebook dazu eine Stellungnahme erhalten werde.
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Herr Rau
22.01.2010 15:41, WebsiteDanke für die ausführliche Beschreibung. Aber ein außergewöhnlicher Name ist ja auch schön. Wie viel Probleme man damit haben kann, kriegt man wohl erst mit, wenn man so heißt. Aber Facebook sollte sich tatsächlich was einfallen lassen. Telefonbuch durchsuchen nach “Unbekannt” > 2 Seiten Treffer.
(Aber schön für mich, ich kann das gleich für meinen Informatikunterricht brauchen.)
Lehrerzimmer » Archiv » Kleine und große Fails dieser Woche
22.01.2010 15:52, Website[...] Melanie Unbekannt erzählt, wie ihr Account bei Facebook kommentarlos gesperrt wurde, weil ihr Name nicht echt genug klang. [...]
Chris
22.01.2010 17:50, WebsiteVielleicht solltest Du künftig einfach die Kopie Deines Personalausweises als Profilfoto in solchen Communitys einstellen, falls das erlaubt ist :-D
Surrogates – Bruce Willis mal zwei at nouon
25.01.2010 09:47, Website[...] Laut Reglement sollen Facebook-Nutzer immer ihren richtigen Namen benutzen. Dumm nur wenn man Unbekannt heißt. Läuft nun die gesamte Kommunikation mit der Außenwelt nur über diese (oder eine andere) [...]
FRank
29.01.2010 23:27, WebsiteWie fies ist das denn? Hast Dir aber ganz schön Mühe gegeben den Account wie der zu aktivieren. Aber schön dass es geklappt hat – wenn auch erst im zweiten Anlauf (kopfschüttel)
Jan
30.01.2010 21:40, WebsiteHallo,
das ist natürlich sehr ärgerlich wenn man auf Grund seines Namens geblockt wird. bei Facebook kann man sich zum Beispiel nicht registrieren, wenn die Emailadresse mit info@ oder webmaster@ beginnt. Das ist sehr nutzerunfreundlich.
Als Betreiber einiger, vergleichsweise kleiner, Community Webseiten verstehe ich aber den Hintergrund solcher Regeln, da ich täglich einige hundert Spam-User (automatisiert) löschen muss.
Jan
Silvia Hagen
14.02.2010 12:35, WebsiteMir ist etwas ähnliches passiert. Seit dem 28. Januar kann ich nicht mehr auf meinen Facebook Account zugreifen. Nach mehrmaligen Versuchen falls ich mit vertippt hätte, klickte ich auf “reset password”. Dann erschien die Meldung, dass mein Account nicht aktiv sei, weil meine Domain als verdächtig gemeldet worden sei.
Mehrere Mails an die da angegebene info@facebook.com Adresse blieben bisher unbeantwortet. Freunde sagen mir, mein Account sei normal sichtbar, aber ich kann nicht mehr einloogen. Ich weiss noch nicht, wieviel Hartnäckigkeit ich an den Tag legen werde um den Account wieder freizukriegen. Ich versuch mal die von Dir genannte Emailadresse, vielleicht habe ich da mehr Glück.
Und sonst war das das Ende meiner Facebook Zeit…
Silvia